Event canceled

Muss ich mein Event absagen?

Noch vor ein paar Tagen ist die Antwort hierauf "vielleicht" gewesen, doch seit dem 22. März ist die traurige Antwort für Events in den kommenden Wochen leider "ja". Alle Infos hier!

Entscheidungen der Bundesregierung zum Umgang mit dem Corona-Virus

Noch vor einigen Tagen lag die Entscheidung, ob ein Event abgesagt werden muss, im Ermessen des Veranstalters. So empfahl die Bundesregierung, dass Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern und alle „nicht notwendigen“ Veranstaltungen abzusagen sind.

Am 22.03.2020 einigte sich die Regierung jedoch auf ein umfassendes Kontaktverbot. Zu den bundesweit beschlossen Maßnahmen, die für Euch als Veranstalter zentral sind, zählen:


1)
Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die sozialen Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren.

2)

Mindestabstand im öffentlichen Raum von 1,50 Metern. Besser sind 2,00 Meter.

 

3)
Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine oder mit einer weiteren Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

 




4)
Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Teilnahme an erforderlichen Terminen, individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiter möglich.

 

5)
Gruppen feiernder Menschen - auch im Privaten - sind inakzeptabel.

 

6)
Gastronomiebetriebe werden geschlossen, nur die Mitnahme von Speisen und Getränken ist gestattet.

7)
Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege werden geschlossen - Ausnahmen gelten nur für medizinisch notwendige Dienste.

 

8)
In allen Betrieben ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen.

Die Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben. Wie es danach weitergeht ist ungewiss. Weitere und aktuelle Infos gibt es hier

Veranstaltungsabsage:

Ja oder Nein?

Ganz eindeutig wird also, besonders durch Punkt 3 und Punkt 5, dass sofern Eure Veranstaltung im Zeitraum 23.03.2020 - 07.04.2020 liegt, Ihr verpflichtet seid diese abzusagen bzw. zu verschieben.

Ggf. gehen manche Teile des Landes danach wieder dazu über bspw. gewisse Punktesysteme zu nutzen, so wie es unter anderem die Stadt Hagen tat. Die Veranstaltungscheckliste der Stadt, die z.B. die Teilnehmerzahl und die Aufenthaltsdauer der Teilnehmer an der Veranstaltungslocation in einem Punktesystem wertet, findet Ihr hier.  

Trauer bei der Veranstaltungsabsage

Was ist zu tun bei einer Veranstaltungsabsage?

Auf was muss man bei einer Veranstaltungsabsage achten? Was sind die genauen ToDo's wenn das Event gecancelt wird? Und wie ist der Rechtsrahmen bei einer Absage? Zahlen Versicherer? Unterstützt der Staat, wenn das Event abgesagt werden muss? 

Es gibt zwei wesentliche Punkte, auf die man achten muss. 

Rückzahlung der Ticketentgelte bei Veranstaltungsabsage

Ticketkäufer sind bei einer Veranstaltungsabsage unabhängig vom Grund der Absage berechtigt, den gezahlten Ticketpreis zurückzufordern. 

Schadensersatzforderungen bei Veranstaltungsabsage

Sollte auf Seiten des Ticketkäufers ein Schaden entstanden sein durch die Veranstaltungsabsage, könnten zusätzlich Schadenersatzansprüche entstehen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unabhängig aus welchem Grund es zu der Absage der Veranstaltung kommt, die Ticketeinnahmen in vollem Umfang an den Ticketkäufer zurückerstattet werden müssen. Ob Ihr als Veranstalter darüber hinaus schadensersatzpflichtig werdet oder etwaige Erstattungen tätigen müsst, wird im Einzelfall entschieden und hängt unter Anderem von dem Grund der Absage ab. Grobe Richtlinien findest Du hier:

Grund der Absage: Höhere Gewalt

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Als Veranstalter seid Ihr dazu verpflichtet die Ticketeinnahmen unabhängig vom Grund der Absage zu erstatten - somit auch bei Höherer Gewalt. Durch die Absage wird der Ticketkäufer von seiner Zahlungspflicht befreit. Es liegt allerdings in diesem Fall kein Verschulden, und somit auch kein Anspruch auf Schadensersatz vor. In welchen Fällen höhere Gewalt jedoch gegeben ist, ist gesetzlich nicht genau definiert. Jedoch wird sie angenommen bei "betriebsfremden, von außen herbeigeführten Ereignissen, die unvorhersehbar und ungewöhnlich sind, und die mit wirtschaftlich erträglichen Mitteln auch durch die äußerste, nach der Sachlage vernünftigerweise zu erwartenden Sorgfalt nicht verhütet oder unschädlich gemacht werden können". Im Fall des Corona Viruses handelt es sich klar um höhere Gewalt.

Grund der Absage: Schutz der Besucher

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Wenn Ihr Euch als Veranstalter dazu entscheidet die Veranstaltung vorsorglich abzusagen, seid Ihr dazu verpflichtet die Ticketeinnahmen zu erstatten. Ob Ihr in diesem Fall darüber hinaus schadensersatzpflichtig werdet oder gar gewisse Aufwendungen wie z.B. gebuchte Hotels erstatten müsst, hängt davon ab, ob Euch ein Verschulden der Absage trifft. Dies ist im Einzelfall zu prüfen. Auch hier könnte man gegeben der erhöhten Ansteckungsgefahr argumentieren. Solltet Ihr aus diesem Grund absagen wollen, ist zu empfehlen sich Rechtsbeistand zu holen und den Einzelfall ausreichend zu prüfen. 

Grund der Absage: Erkrankung von Mitarbeitern

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Auch hier gilt es die Ticketeinnahmen zu erstatten. Die Schadensersatzpflicht wird im Einzelfall geprüft. Gegen das Verschulden und somit gegen eine Schadensersatzpflicht spricht, wenn Euer ganzes Team gesundheitlich beeinträchtigt ist oder unter Quarantäne steht. Sollte es sich jedoch im Rahmen einer genaueren Untersuchung des Einzelfalles herausstellen, dass Ihr gegen die im Hinblick auf den Corona Virus ausgesprochenen Empfehlungen des Robert Kochs Instituts verstoßen habt, spricht dies wiederum für das Verschulden. Hier findest Du die genauen Empfehlungen.  

Was sollte man tun als Veranstalter?

Handlungsempfehlung bei einer Eventabsage

Zu empfehlen ist es sich - sofern Ihr Euch für eine Absage entscheiden solltet - eine offizielle Untersagung einzuholen, um die Wahrscheinlichkeit von Schadensersatzansprüchen zu minimieren.