Leute in einem Versicherungsgebäude

Versichert sein als Veranstalter

Nicht das spannendste Thema vermutlich, aber wichtig: Die Wahl der richtigen Versicherung für Dein Event! Hier findest Du Infos, die Dir einen Überblick verschaffen, auf was bei der Wahl der Versicherung geachtet werden sollte. 

In Zeiten von zunehmend extremeren Wetterbedingungen, wie den Sturmtiefs Sabine und Ciara und Ausnahmesituationen wie dem Coronavirus kann es schnell zu ebenso extremen wirtschaftlichen Folgen kommen. 

Alleine das Sturmtief Sabine, das durch den Coronavirus nun fast schon in Vergessenheit geriet, verursachte in Deutschland einen Schaden in Höhe von etwa 675 Millionen Euro. Die wirtschaftlichen Schäden, die die Ausbreitung des Virus mit sich bringt, werden, wenn man aktuell die Entwicklungen an den Börsen betrachtet, diesen Rahmen deutlich sprengen.

Auch und insbesondere die Veranstaltungsbranche ist von diesen Implikationen stark betroffen. Es muss nicht einmal zwingend der Komplettausfall einer Veranstaltung sein. Bereits die Verschiebung eines Events oder die Beschädigungen von Equipment können Veranstalter jeder Größenordnung vor große finanzielle Herausforderungen stellen oder im schlimmsten Fall sogar die Insolvenz bedeuten. 

Stürmisches Wetter bei Veranstaltung

In diesen, nicht nur im übertragenen Sinne „stürmischen“ Zeiten, denken viele Veranstalter darüber nach sich gegen diese Risiken zu versichern. 


Doch was lässt sich überhaupt versichern und was nicht?

Wie kann und sollte man sich absichern? 

Absicherung vor Epidemien

Versicherung gegen den Ausfall, die Verschiebung, Veränderung etc. durch Epidemien, Pandemien und Seuchen. Die gute Nachricht ist, dass man sich als Veranstalter auch gegen solche Risiken absichern kann. Tatsächlich ist ein derartiger Schutz oftmals schon in den Bedingungswerken der Versicherer inkludiert. Ansonsten kann im Regelfall für eine erhöhte Prämie ein entsprechender Schutz dazu gebucht werden. 

In welcher Höhe sollte man sich als Veranstalter absichern lassen?

Hier kann man keine konkreten Handlungsvorschläge geben. Grundsätzlich ist es ratsam mit einem Erwartungswert zu arbeiten und die mögliche Schadenshöhe mit den Versicherungskosten in Verbindung zu setzen. Sofern ungefähr folgende Ungleichung gegeben ist, ist es rein mathematisch sinnvoll sich für die Versicherung zu entscheiden:

Unversicherte Schadenshöhe * Schadenswahrscheinlichkeit > Kosten der Versicherung + Selbstbehalt

Natürlich gibt es dazu noch weitere Faktoren, die eine große Rolle spielen: Risikoaversion, Wert der Firma, Emotionale Faktoren, Liquidität etc. 

Wie viel kostet eine Veranstalter-Versicherung?

Auch hier ist es schwer eine genaue Ziffer zu benennen. Versicherungspolicen sind ab etwa 0,5% der Versicherungssumme zu haben. Nach oben hin sind - wie fast immer im Leben - kaum Grenzen gesetzt. 

Als kleinen Tipp schlagen wir vor, dass Ihr diesen Kostenpunkt von Anfang an in Eurer Budgetierung berücksichtigt!

Wie sieht es mit Versicherungen gegen Schäden durch den Coronavirus aus?

Leider gibt es am Markt nur eine Handvoll von Versicherungen, die überhaupt veranstalterspezifische Policen anbieten. Die Mehrzahl dieser Unternehmen haben bereits einen Ausschluss von Schäden durch den Coronavirus formuliert, sodass man sich praktisch, wie bei jeder Art von Versicherung, nicht mehr „im Nachgang“ gegen antizipierbare Schäden versichern kann. 

Diese Klauseln schließen doch wie bereits erwähnt nicht grundsätzlich solche Schadensfälle durch bspw. andere, noch nicht bekannte Viren aus. Sollte es also zu einem anderen Zeitpunkt zu einem anderen Ausbruch kommen, kannst Du Dich dagegen schützen und eine für Dich passende Versicherung abschließen.

Warum eine Veranstaltungsversicherung 

eine gute Idee ist?

Versicherungen sollen den Zweck erfüllen verheerende finanzielle Konsequenzen und schicksalhafte Ereignisse auszugleichen bzw. zu mitigieren. 

Wenn jeder genau wüsste, wie der nächste Tag, die nächste Woche, und das ganze Jahr verlaufen würde, dann könnte sich der Durschnittsdeutsche mehr als 2.300 Euro im Jahr sparen, denn dieser Betrag wird pro Kopf pro Jahr für Versicherungen ungefähr ausgelegt.  

Weil jedoch jeden Tag neue Überraschungen auf uns warten und es schlichtweg Ereignisse gibt, die niemand vorhersehen kann, gibt es Versicherungen. 

Für eine Corona-Versicherung ist es leider zu spät, aber die nächste „Krise“ kommt - leider - bestimmt und wir möchten, dass Du darauf vorbereitet bist. Deshalb raten wir Dir, Dich genauer mit diesem Thema auseinanderzusetzen, Deine Risiken und Schadenshöhen zu eruieren und entsprechende Versicherungen abzuschließen. Sichere Dich vor allem gegen existenziell bedrohliche Risiken ab - so kommt Deine Firma sicher durch die nächste Krise. 

Andere Risiken für Veranstalter

Auch wenn aktuell der Coronavirus das Topthema Nummer eins ist, gibt es noch zahlreiche andere Risikopotenziale, die es nicht zu übersehen gilt. So können beispielsweise extreme Wetterbedingungen enorme Schäden anrichten. 

Vor allem Veranstalter von Outdoor-Events sollten in Betracht ziehen sich gegen Wetterrisiken abzusichern. Nicht zu unterschätzen ist ein solches Wetterrisiko dennoch auch für Veranstalter von Indoor-Veranstaltungen. Droht bspw. ein Gebäudeschaden, oder besteht das Risiko, dass Bäume umstürzen und den Weg zu der Location gefährlich gestalten, können auch solche Veranstaltungen abgesagt werden. Bei Versicherungen von Indoor-Veranstaltungen ist das Wetterrisiko i.d.R. mitversichert, bei Outdoor-Events zahlt man hierfür oftmals einen Aufpreis. Darüber hinaus gibt es noch etwas extremere Naturkatastrophen wie z.B. Erbeben oder Vulkanausbrüche - auch solche Risiken sind im Regelfall bereits in der Versicherung inkludiert.

Auch Ausfälle von Künstlern, die bspw. erkrankt oder anderweitig verhindert sind, lassen sich versichern.

Risiko beim Klettern

Auch wenn es nur eine begrenzte Anzahl von Versicherern gibt, die diesen, aus globaler Sicht betrachtet, Nischenmarkt der veranstaltungsspezifischen Versicherungen abgreift, so gibt es auch hier die verschiedensten 

Absicherungsmöglichkeiten, die schnell verwirrend sein können. Wir versuchen hier den Versicherungsdschungel einmal zu durchforsten und Dir einen klaren Blick auf das Wesentliche zu bieten.

Was sind die wichtigsten Event- Versicherungen?

Veranstalterhaftpflichtversicherung

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Die Veranstalterhaftpflichtversicherung dient dazu einen verschuldensabhängigen Schutz zu gewährleisten und unberechtigte Schadensersatzforderungen abzuwehren, wie es die Rechtsschutzversicherung im privaten Rahmen auch tut. Der Schutz gilt während der Vorbereitung und der Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen.

Zu dem versicherten Personenkreis zählen die Besucher, aber i.d.R auch andere aktiv teilnehmende Personen wie Künstler, Aufbauhelfer, Techniker etc..

Tipp: die Ausgabe von Speisen und Getränken, der Aufbau eines Zelts, der Verlust von Schlüsseln, das Datenschutzrisiko und die Nutzung von Internet-Technologien sollten mitversichert werden. Zusätzliche Risiken wie bspw. ein Feuerwerk oder eine Hüpfburg sollten extra bei dem Versicherer angesprochen werden.

Bespiele bei denen Du versichert bist:
- Ein Sturm wirft ein Werbeplakat um und dieses fällt auf das Auto eines Besuchers (Sachschaden)

- Durch einen Windstoß bricht ein Stand zusammen und einer der Besucher kommt zu schaden (Personenschaden)
- Mietschäden an Gebäuden und Räumen durch Teilnehmer, Gäste und Besucher (Sachschäden)

Ausfallversicherung für Veranstalter

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Diese Versicherung dient dazu Dich im Falle eines Ausfalls der Veranstaltung abzusichern. Die Gründe für eine solche Absage können vielfältig sein (Wetter, Krankheit des Künstlers etc.). Good news: All das ist versicherbar.

Bespiele in denen Du mit einer solchen Versicherung i.d.R. versichert bist:
- Unwetter: die Veranstaltung fällt ins Wasser
- Grippe: der Mainact wird krank und kann nicht auftreten

Beispiele in denen Du NICHT versichert bist (abhängig von der jeweiligen Versicherung):
- Krieg oder kriegsähnliches Ereignis
- Terrorismusdrohungen
- Finanzielle Schwierigkeiten eines Mitwirkenden

Welche Höhe ist versichert?
Der Vermögensschaden, der entsteht, wenn die Veranstaltung unterbrochen, verlegt, verschoben, geändert, oder abgesagt wird. Im Schadensfall wird der Nettoverlust gezahlt (aufgewendete Kosten, entgangene Gewinne, Mehrkosten, Schadensminderungsaufwendungen)

Wie bei jeder Versicherung, ob im privaten oder für Deine Firma, spielen vor allem die Deckungsbereiche, also in welchen Fällen gezahlt wird und die Deckungssumme, also bis zu welcher Höhe die Versicherung greift, eine entscheidende Rolle. 

Grundsätzlich gilt bei Versicherungen fast immer: Nichts ist unmöglich, solange Du dafür genug zahlst. Ob es sich unter dem Strich lohnt jedes kleinste Risiko zu versichern, musst Du für Dich und Deine Veranstaltung kalkulieren. Am besten wendest Du Dich hierbei direkt an einen Spezialmakler, der Dich umfassend und individuell beraten kann.

Wir hoffen, wir konnten Dir ein paar nützliche Informationen und Tipps geben, so dass Du Dich in Zukunft optimal aufstellen kannst und sicher durch jede Situation manövrierst.

Ticketversicherung (für Ticketkäufer)

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Auch Deine Ticketkäufer können sich entsprechend versichern. 

Wenn Deine Besucher nicht an der Veranstaltung teilnehmen können und einer der folgenden Gründe vorliegt, greift sofern beim Ticketkauf oder zumindest deutlich vor dem Veranstaltungsdatum, eine Versicherung abgeschossen wurde, eben diese:

- Unerwartete schwere Erkrankung
- Ein schwerer Unfall
- Todesfall in der Familie
- Verspätungen öffentlicher Verkehrsmittel von mehreren Stunden

Die Ticketversicherung, die oft auch Eintrittskarten- Rücktrittsversicherung genannt wird, umfasst i.d.R die Erstattung des Ticketpreises sowie der Stornierungskosten. Vorteile für die Ticketkäufer sind Planungssicherheit sowie finanzieller Schutz.